Natur pur – Durch das Sein in der Natur in Verbindung mit dir selber kommen!

 

Früher spielten wir als Kinder gerne im Wald. Es war unser grosser Abenteuer-Spielplatz. Ich erinnere mich gerne an diese Sommertage, wo wir den Bachlauf in Gummistiefeln oder barfuss in dem engen Tal entlang hochliefen, vorbei an kleinen Wasserfällen, tiefen Becken und rauschenden, seichten Stellen. Mit viel Neugier und Entdeckerlust nahmen wir mit allen Sinnen war, was da war: Frösche, Kaulquappen, Salamander, Molche, Köcherfliegenlarven, Libellen und viel anderes Getier. Auch der Untergrund und die Oberflächen waren faszinierend: weicher Waldboden, die Felsen, Steine, runde und kantige, der Schlamm und Sand, den wir zwischen den Zehen hochquellen liessen. Was für ein Gefühl! Ich sog es auf und verinnerlichte diese Umwelt als mein Ort des Wohlseins, der wachen Sinne, der Entdeckung und der Geborgenheit. 

 

Der Anker der Kindheits-Natur

Die Naturumgebung der Kindheit verankert sich in jedem von uns. Es sind alle diese Eindrücke der uns einhüllenden Umwelt, kombiniert mit den entsprechenden Gefühlen. Die Natur in anderen Klimazonen ist oft ganz anders und bringt nicht die gleichen Gefühle hoch, wie die der Heimatnatur, bezw. der Umwelt im Kindesalter. So ist mir zum Bsp. die mediterrane Wildnis zu karg, trocken, staubig, stachelig, ockerig und heiss und erzeugt darum andere Gefühle und Erinnerungen. Es ist weniger vertraut und unbekannter, darum auch etwas unheimlicher (buchstäblich nicht heimisch).

 

Nicht allen Kindern ist es vergönnt, einen solchen Kontakt zur Natur spielerisch herzustellen, schlicht weil sie keine natürlichen Wälder und Wiesen in der Nähe haben, bedrohliche Naturerfahrungen machen oder ihre Eltern sie aus Ängsten oder mangels eigener Erfahrung nicht lassen. Da ist ein elektronisches Flimmerbrett viel einfacher zu managen und den Kindern entgeht die Verbindung zur richtigen, realen Natur. Für sie wird die überbaute Beton- und Asphalt Struktur der Städte zum „normalen und heimischen“.

 

 


Vom Machen und der Sinnüberflutung

Als erwachsene Menschen „vergessen“ wir zum Teil, was uns die Natur damals alles gegeben und gelehrt hat. Unser Alltagsleben ist jetzt oftmals urban, hektisch und/oder bequem. Wenn wir dann schon mal Zeit haben wird es mit viel Aktivismus wieder gefüllt. Es müssen Berge erklommen werden, Trails hochgerannt oder mit dem Bike runter gerast sein. Die Alpen sind ja voll mit allen möglichen Angeboten von Dingen, die zu tun sind, im Winter wie sommers. Unser immenser Leistungsdruck, der uns immer auf höher, weiter, besser trimmt, nimmt auch in der Freizeit kaum ab.

 

Dieser Leistungsdruck, den wir von klein an spüren, wird mit der Zeit so verinnerlicht, dass wir das entspannte Leben, das Sein ohne etwas zu tun, gar nicht mehr kennen oder aushalten. Wir bekommen dann ein komisches Gefühl einer Leere, eines Mangels – ein Gefühl des Nicht-richtig-Seins. 

Nichts zu tun bringt uns viel mehr in Verbindung mit dem Wahrnehmen, weg vom Kopf, weg vom Denken, hin zum Spüren, zu unseren Sinnen und dem ganz Körperlichen. Das mag anfangs sich ganz ungewohnt und fremd anfühlen, wir werden vielleicht kribbelig und zappelig. Das Ego will sich wieder definieren mit Machen, seine Daseinsberechtigung rechtfertigen.
 

Unsere Körper bräuchten aber den Ausgleich. Klar ist intensiver Sport ein Ausgleich zum Bewegungsmangel in unserem Kopfalltag, doch es fehlt oft an Wahrnehmung und Bewusstwerdung aller Sinne. Unsere Sinne sind vielfach abgestumpft durch zu viele und zu intensive Reize von aussen. Der Körper filtert das Zuviele raus. Wir suchen darum nach noch stärkeren Reizen, noch lauterer Musik, noch intensiveren Adrenalinkicks, Koffein, Nikotin, Süsses und anderen Verstärker, um uns zu spüren.

In den letzten Jahrzehnten ist die ganze digitale Welt dazu gekommen. Ein neuer Kosmos der vieles ermöglicht, uns aber auch vieles wegnimmt. Wir sehen per Video und Ton live wer von unseren vielen Freunden wo was macht und wir senden vielleicht auch ständig unser Leben nach draussen. Unsere Kommunikations- und Infoflüsse haben sich vervielfältigt. Und doch nehmen wir immer weniger wahr von dem, das direkt um uns herum ist.

 

 

Verbindung zur Natur – Verbindung zu dir

Was uns in unseren Berührungs- und Massageseminaren leitet, gilt auch für die bewusste Naturerfahrung. Achtsam und langsam unterwegs sein und alle Sinne öffnen für das Jetzt und da. Dein Denken darf sich entspannen, deine Wahrnehmung mehr und mehr in deinen Körper und dein Fühlen sinken. Im Gegensatz zur Massage gehst du mit der Natur in Berührung, bewegst und begegnest den Elementen und somit auch dir. Die Natur hat die Kraft dich von deinem hochtourigen Alltag runter zu holen, Geborgenheit zu schenken, sie kann auch herausfordern, Respekt wachsen lassen, inspirieren und verbindet mit Dimensionen, die grösser sind als wir Menschen. 

 

Sich den Ängsten stellen

Mit Letzterem kommst du vor allem in Kontakt, wenn du nachts alleine draussen im Wald bist. Dunkelheit, unbekannte Geräusche, mögliche Tiere triggern dein Steinzeithirn, wo du dich noch vor dem Säbelzahntiger verstecken musstest oder es aktiviert möglicherweise Erfahrungen, in denen du die Naturkräfte als bedrohlich erlebt hast. Dich in der Natur mit allen seinen Aspekten in einem sicheren, klaren Rahmen zu stellen, konfrontiert dich mit deinem Vertrauen ins Leben, stärkt dich und verbindet dich mit den ursprünglichen Kräften um und in dir.  

Für mich ist bewusstes Unterwegs-Sein in der Natur eine wichtige Ressource zum Entschleunigen, einen klaren Kopf zu kriegen, mich, meinen Körper und die Intensität der Naturelemente zu spüren und Kraft zu tanken. Ich geniesse die nährende und bestärkende Wirkung für das volle Leben in Lebendigkeit.

 

Natur Pur – Erfahrungsraum 

Genau diesen Erfahrungsraum biete ich im „Natur Pur“ Seminar. Eine bewusste Auszeit in der Natur, wo deine Wahrnehmungen in und mit der Natur wieder geschärft werden. Du wirst unterstützt ganz im Hier und Jetzt zu sein, dich und dein Körper zu spüren und was dir in deinem Leben wirklich wichtig ist. Gemeinsam in Austausch mit anderen, sowie alleine durch die Wälder und über Wiesen streifend, hast du die Möglichkeit den Weg zu dir, deiner Kraft und deiner inneren Lebendigkeit neu zu finden. 

 

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